Italien
Italienische Adriaküste
Auch wenn die Ostküste Italiens nicht gerade mit besonders schönen Landschaften gesegnet ist, so gibt es doch eine große Ausnahme: Die etwa 70 Seemeilen lange, von Lagunen geprägte Küste zwischen Triest und Chioggia. Mit der Yacht nach Venedig, mitten hinein ins Zentrum einer der schönsten Städte der Welt zu fahren, das ist großartig! Kein Segler wir je den Anblick vergessen, der sich ihm beim Einlaufen am Markusplatz bietet.
Aber nicht allein Venedig macht die nördliche italienische Adria so interessant. Auch Triest, Grado, Lignano, Marano di Lagunare, Caorle und Chioggia sind höchst attraktive Ziele. Man sollte aber die Hochsaison meiden. Ideale Reisezeit für einen Lagunentörn ist der Beginn und das Ende der Chartersaison, dann wenn die Touristenschwärme abgezogen und Ruhe in den Lagunen eingekehrt ist.
Ligurisches Meer
Das Ligurische Meer ist Teil des Mittelmeeres zwischen den Inseln Korsika und Elba im Süden und der Rivieraküste (Ligurien) von Norditalien und Monaco im Norden.
Die Italienische Riviera schwingt sich in einem weiten Bogen von der französisch-italienischen Grenze bis nach Genua in ihrem Zentrum. Die Stadt teilt die Riviera in zwei Bereiche: die Riviera di Ponente, die westlich von Genua bis zur französischen Grenze reicht, und die Riviera di Levante, die sich östlich und südlich von Genua bis zum Golf von La Spezia erstreckt.Beide sind berühmt für ihre Naturschönheiten – die Riviera di Levante wirkt dabei noch ursprünglicher und wilder als der sanftere westliche Teil. Im Sommer dominieren leichte Winde aus unterschiedlichen Richtungen. Der Mistral erreicht die Ligurische Küste nur mehr abgeschwächt.
Der Toskanische Archipel mit der Hauptinsel Elba und den Nachbarinseln Giglio – berühmt geworden 2011 durch die Havarie der Costa Concordia – sowie Capraia ist ein beliebtes Fahrtgebiet für Yachten und prädestiniert für den kurzen Segelurlaub. Die Region ist eher ein schwachwindiges Revier mit selten mehr als 3 Beaufort. Weil zudem die vielen attraktiven Ankerbuchten und Häfen in kurzer Distanz zueinander liegen, ist dieses Revier vor allem für Familien und Einsteiger bestens geeignet. Hat man etwas mehr Zeit und liebt es sportlicher, dann kann man einen Törn von Elba aus hervorragend mit dem Norden Korsikas verbinden.
Tyrrhenisches Meer
Das Tyrrhenische Meer ist Teil des Mittelmeeres. Es liegt westlich der Apenninhalbinsel zwischen den Inseln Sardinien, Korsika und Sizilien. Nördlich schließt sich das Ligurische Meer an, südlich das offene Mittelmeer und im Osten das Ionische Meer.
Der Golf von Neapel, die berühmte Amalfiküste und die Pontinischen Inseln bilden ein feines Familien- und Einsteigerrevier. Kurze Entfernungen, navigatorisch ohne große Anforderungen, mäßige meist thermische Winde, eine Landschaft von wilder Schönheit und die hervorragende italienische Küche prädestinieren dieses Revier für Genießer unter den Seglern.
Im Sommer wechseln sich Flautenperioden mit thermischen Winden ab. In der Vor- und Nachsaison können Mistral und Schirokko für teils kräftige Abwechslung sorgen. Die beste Törnzeit ist von Mitte Mai bis Ende Juni und im September. Im Sommer ist das Revier sehr überlaufen. Unbedingt zu meiden ist die italienische Hauptreisezeit um Ferragosto im August.
Elba, Korsika und Sardinien
Elba, Korsika, Sardinien – die Klassiker für Segeltörns im westlichen Mittelmeer. Drei Inseln, drei tolle Reviere, die sich gut kombinieren lassen. Entweder Elba mit Korsikas Norden oder Nordsardinien mit Korsikas südlichem Teil.
Elba mit den Nachbarinseln Giglio und Capraia ist ideal für den kurzen Segelurlaub. Die Region ist eher ein schwachwindiges Revier mit selten mehr als 3 Beaufort. Weil zudem die vielen attraktiven Ankerbuchten und Häfen in kurzer Distanz zueinander liegen, ist dieses Revier vor allem für Familien und Einsteiger bestens geeignet. Hat man etwas mehr Zeit und liebt es sportlicher, dann kann man einen Törn von Elba aus hervorragend mit dem Norden Korsikas verbinden.
Korsikas Reiz ist die spektakuläre Natur. Steil ragen die Berge bis auf 2700 Meter auf. Im Mai verwandelt die blühende Macchia die Insel in ein Farbenmeer. Erfahrenen Seglern bietet die zerklüftete Westküste mit ihren tief ins Land einschneidenden Buchten und Golfen ein Segelparadies. Seglerische Erfahrung ist hier deshalb erforderlich, weil auch im Sommer der Mistral, ein stürmischer Nordwestwind, auftreten kann, der in der Straße von Bonifacio durch die Düsenwirkung noch verstärkt wird. Bei Mistrallage ist die Südostküste mit ihren endlos langen Sandstränden und geschützten Häfen vorzuziehen.
Auch Sardinien hat Seglern viel zu bieten: Die Costa Smeralda mit ihren mondänen Marinas, allen voran Porto Cervo, Treffpunkt der Superreichen mit ihren Megayachten. Die katalanische Stadt Alghero umgeben von der Costa Corallo und das bezaubernde Maddalena-Archipel. Es besteht aus vielen kleinen Inseln von rötlichem Granit, herrlichen Ankerbuchten mit Traumstränden und Wasserfarben die an die Südsee erinnern. Von hier aus bietet sich ein Schlag nach Bonifacio auf Korsika an. In Bonifacio zwischen den steil aufragenden Kreidekliffs einzulaufen, ist ein ganz besonderes Erlebnis. Dabei sollte man aber die Hauptsaison meiden, weil der Hafen dann hoffnungslos überfüllt ist. Die beste Zeit für einen Korsika- bzw. Sardinientörn sind die Monate Mai und September.
Sizilien und Kalabrien
Sizilien, die zweitgrößte Insel des Mittelmeers bietet Seglern zwei interessante Reviere.
Das beliebteste Ziel sind die vor der Nordküste Siziliens gelegenen Liparischen Inseln, ein Archipel aus sieben Eilanden vulkanischen Ursprungs. Darunter Stromboli mit dem gleichnamigen Vulkan, einem der aktivsten Europas, der täglich Lavamassen in den Himmel spuckt. Eine Besteigung des Kraterrandes, vor allem wenn es schon dunkel ist und die glühende Lava feuerrot leuchtet, bleibt ein unvergessliches Erlebnis. Die gegenüber auf Sizilien gelegenen Küstenorte bilden eine schöne Ergänzung zum Inseltörn, zu dem man am besten von Portorosa aus startet. Aber auch Tropea, gegenüber am Festland in Kalabrien gelegen, bietet sich als Ausgangshafen an.
Die Alternative zu einem Törn zu den Liparischen Inseln ist eine Segelurlaub ab Palermo oder Trappani. Von hier aus sind die an der Westseite Siziliens gelegen Ägadischen Inseln, Favignana, Levanzo und Marettimo bestens zu erreichen. Die Isole Egadi sind ein Naturreservat und noch sehr ursprünglich, mit kleinen urigen Fischerhäfen und einer hervorragenden preisgünstigen lokalen Küche. Auch ein Abstecher zur eine größere Tagesetappe entfernt gelegenen Insel Ustica, mit ihrer einmalig schönen Unterwasserwelt, bietet sich an.
Im Hochsommer wird es in den Gewässern um Sizilien sehr heiß und die Häfen sind überlaufen. Beste Reisezeit sind daher Mai, Juni und September bis hinein in den Oktober. Bei Schönwetter dominieren thermische Winde aus Nordwest, die nachmittags auf 3-4 Beaufort auffrischen und gegen Abend einschlafen. Möglich aber eher selten sind Schirokko-Lagen, die kräftige südliche Winde bringen.